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Alles über Botox

Natürliches, jugendliches Aussehen steht hoch im Kurs. Behandlungen mit dem stärksten bekannten Nervengift - Botox (Botolinumtoxin A) - haben den Ruf genau das nicht zu erzielen. Im Gegenteil: maskenhaft, unecht oder gar teuflisch soll das Gesicht nach der Behandlung sein. Dabei sind Botox-Behandlungen weltweit die am häufigsten durchgeführten nicht-chirurgische Schönheitsbehandlung zur Faltenglättung.

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©iStock.com/AndreyPopov

Überall auf der Welt werden immer mehr Schönheits-Operationen durchgeführt. Spitzenreiter waren 2014 in absoluten Zahlen die USA und Brasilien, gefolgt von Südkorea, Mexiko, Japan und Deutschland. Wo in Deutschland am häufigsten geschnippelt wird, zeigt Abb.1.

Abb. 1: Schönheits-OPs in Deutschland, Quelle: Statista.de

Abb. 1: Schönheits-OPs in Deutschland, Quelle: Statista.de

Natürlich sind es noch überwiegend Frauen, die was „machen“ lassen, doch die Männer holen auf – mit Botox. Während das Durchschnittsalter der Patientinnen von Schönheits-OPs allgemein bei 42 Jahren liegt, sind die Patientinnen mit Botox-Behandlungen etwas älter, im Schnitt 48. International ist übrigens Japan bei Botox-Behandlungen führend, das spricht für sich.

Botox nur für Ältere?

Das Resultat einer Botox-Behandlung wird häufig damit beschrieben, dass  die „Patienten“ deutlich erholter aussehen. Auch Freunde und Kollegen vermuten eher einen entspannenden Urlaub als einen Besuch beim Mediziner. Das klingt alles sehr nach einer Behandlung, die sich ein gestresster  Mensch jeden Alters leisten könnte. Und tatsächlich werden Botox-Behandlungen nicht nur zur Faltenkorrektur sondern auch zur Prophylaxe empfohlen. Nach dem Motto, wenn die Falten gar nicht erst entstehen können, bewahrt man sich ein jugendliches Aussehen und muss später nicht so viel „reparieren“.

Lifestyle Medizin mit Gift und Nadel

Die Geschichte von Botox, eigentlich Botolinumtoxin A, beleuchtet sehr schön den Wandel, der auch die Medizin in den vergangenen Jahrzehnten betroffen hat. Weg vom alleinigen Heilen von Krankheiten hin zur ästhetischen Chirurgie, dem Heilen von Eitelkeiten wie manche sagen.
Anfang der 80er Jahre untersuchten die amerikanischen Wissenschaftler A. Scott und E.J. Schantz die Wirkung von Botox zur Behandlung des Schielens. Es stellte sich aber heraus, dass der Wirkstoff besser geeignet war zur Behandlung des Lidkrampfes und seltener Muskeldystonien. Damit Botox, das übrigens schon lange aus Lebensmittelvergiftungen bekannt war, überhaupt als Medikament zugelassen werden konnte, musste dieses sogenannte „Waisenmedikament“ erst von einer Firma (hier Allergan) „adoptiert“ und von den Behörden zugelassen werden. In Europa wurde es dann seit 1990 zunächst nur für seltene neurologische Krankheitsbilder zugelassen.
www.medmerits.com www.dgbt.de. Schnell stellte sich dann heraus, dass man mit einer sogenannten „off-label“- Verwendung auch Falten glätten konnte. Um aber zu verstehen, wie Botox seinen Weg – außer über einen Hype –  in die ästhetische Medizin fand und damit die Lifestyle-Medizin begründete, schauen wir uns an, wie es wirkt.

Wirkung von Botox

Botox verhindert die Ausschüttung von Acetylcholin an der Synapse (Nervenendigung), damit erfolgt eine selektive Lähmung der Muskulatur, die sich dann entspannt. Nach der Injektion dauert es allerdings 2 bis 7 Tage zum Wirkungseintritt. Danach hält die Wirkung mehrere Monate an, bis sich die ursprüngliche Synapse wieder regeneriert hat (Botulinumtoxin).

Alles über Botox

Die Wirkung kann beliebig oft wiederholt werden, ohne einen „Gewöhnungseffekt“ zu erhalten. Allerdings ist Botox nicht für alle Falten gleichermaßen empfehlenswert. Wirklich gut geeignet ist es für die Falten im oberen Gesichtsdrittel, gar nicht für die Nasolabialfalte. Das liegt natürlich nicht nur an der Faltenart, sondern auch an den Nerven, die in den Regionen liegen und die mimische Muskulatur enervieren. Eine sehr detaillierte Beschreibung der Gesichtsmuskulatur findet ihr hier: en.wikipedia.org

Botox oder Hyaluronsäure?

Wer sich nun also mit der Nadel behandeln lassen möchte, steht häufig vor der Frage: Womit denn nun? Die verschiedenen Schönheitsinstitute bieten auf ihren Websites umfangreiches Material zur Entscheidungsfindung an, die aber häufig heißt: am besten beides. Hilfreich fand ich die folgenden beiden Links www.belotero.de und www.hyaluronpraxis.de. Und für die Eiligen habe ich diese Tabelle zusammengestellt:

Tabelle: Vergleich Botox / Hyaluronsäure

Tabelle: Vergleich Botox / Hyaluronsäure
*Die Wirkdauer wird bei den verschiedenen Anbietern extrem unterschiedlich angegeben. Sie hängt aber ab von Patienten, dem behandelten Areal, dem Anbieter des Wirkstoffes und dem behandelnden Mediziner.

Was Botox kann und was nicht

Allerdings sollte man sich auch im Klaren darüber sein, dass Botox bei gewissen Falten nichts ausrichten kann. Nämlich bei denen, die durch Sonnenbestrahlung entstehen und mit einer Schädigung des Bindegewebes einhergehen (Elastinabbau). Verwendet wird Botox aber auch bei Hyperhidrosis, der vermehrten Schweißbildung in den Achseln oder Handflächen, und zur Schmerzbehandlung (Migräne).

No smile, wenn was schief geht

Bei jeder invasiven Behandlung besteht natürlich das Risiko, dass das Ergebnis nicht befriedigend, kurz schief gegangen ist. Dem kann man natürlich vorbeugen, durch Aufklärung (www.verbraucherzentrale.de), die Auswahl des Behandlers, das Abklären von möglichen Nachbehandlungen und last not least der eigenen Erwartungshaltung. Und auch, wenn das Ergebnis den Erwartungen entspricht, es bleibt ja nicht so und weitere Behandlungen werden nötig. Will man das? Reicht das Budget?
Ein Lächeln werden diese Überlegungen niemandem auf die Lippen zaubern.

Weiterführender link: www.dgaepc.de

Foto: ©iStock.com/AndreyPopov

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie sieben Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China und Mülheim adR.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 29. März 2016
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 5515 mal gelesen.

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