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Blue Light – mit dem Smartphone echt alt aussehen

Wer keine Sorgen hat, macht sich welche. Jetzt sollen also unsere Hightech Geräte, die wir täglich vor den Augen haben, die Bösewichte sein. Blaues Licht soll Hautalterung verursachen - uns alt aussehen lassen. Was ist dran an dem #bluelight Hype?

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Junge Frau sitzt mit Tablet in der Sonne und hat ein Glas Wasser vor sich stehen

Lichtbedingte Hautalterung

Lichtbedingte Hautalterung oder Photoaging ist schon lange bekannt. Die zerknitterten Gesichter von Landwirten, Fischern oder Cowboys sind die Beweise dafür, dass Sonnenlicht die Haut schneller altern lässt. Dafür gibt es zwei wesentliche Verursacher: UV-B und UV-A (1, 2).

UV-B sorgt mit seiner kurzwelligen Strahlung für die Bildung freier Radikale, die dann die Zellen angreifen können und schädigen. UV-A dringt tiefer in die Haut ein und sorgt dort für einen Abbau der elastischen Fasern. Die Haut wird schlaff und knitterig (3). Doch auch sichtbares Licht und Infrarot haben Effekte.

Eindringtiefe der verschiedenen Wellenlängen des Sonnenlichts in die Haut, je längerwellig, desto tiefer dringt es ein.

Abbildung: Eindringtiefe der verschiedenen Wellenlängen des Sonnenlichts in die Haut, je längerwellig, desto tiefer dringt es ein. Quelle (4)

Infrarot (IR) und die Haut

Chillen vor dem Kamin, wohlig die Sonnenwärme genießen, oder gar mit einer Infrarotlampe die Erkältung bekämpfen? Gefährlich für die Haut, sagen viele! Denn auch Wärme kann zur Hautalterung beitragen. Aber während Garnier mit der Marke Ambre Solaire 2016 noch auslobte gegen IR Strahlung wirksam zu sein (5), ist der Claim heute von den Flaschen verschwunden. Ladival behauptet dagegen von sich, die einzige Marke zu sein, die einen wirksamen IR Schutz anbietet (6).

Vernünftiger Sonnenschutz ist also nach wie vor nicht so einfach (7).

Während der IR-Schutz schon wieder von der „Bildschirmfläche“ verschwunden ist, ist jetzt sichtbares Licht der Bösewicht. Vor allem der Blau-Anteil ist es, der im Konzert der Verursacher der Hautalterung den Ton angeben soll.

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Echt jetzt? Blaues Licht führt zu „digital aging“?

Ich hatte von dem Gerücht gehört, als ich bei der Firma war, die ich berate. „Quatsch!“ war die einhellige Meinung der Experten. Im Zuge der Untersuchungen der Beiträge von sichtbarem Licht und IR, können zwar Effekte auf der Haut beobachtet werden, unklar aber ist, wie diese zu werten sind (4).
Dann sah ich bei dm auf dem Cover der Februar Ausgabe des alverde Magazins die Schlagzeile: „Hautpflegetrend – Auf Anti-Pollution folgt Anti-Blue-Light“. Ich nahm‘s mit und las die echt dünne Geschichte dazu. Sie klingt grad so, als ob der Autor selber nicht dran glauben mag.

Und wie soll digital aging gehen?

Ein Schweizer Dermatologe soll in seinen Untersuchungen herausgefunden haben, dass das blaue Licht, das von allen unseren digitalen Geräten ausgesendet wird, zu oxidativem Stress führt und damit zu vorzeitiger Hautalterung und Faltenbildung. Verantwortlich dafür sollen Opsine sein, die in der Haut sein sollen. Upps, Opsine sind aber der Proteinanteil des Sehpigments (8) und so könnte vielleicht die Hornhaut des Auges gemeint sein?

Wohl auch nicht, denn eine kleine Recherche zu dem Herren zeigt, dass er seine eigene Hautpflegeserie vertreibt (9). Und da kann ein wenig tam-tam ja nicht schaden…

Natürlich wird auch seriös zu blauem Licht geforscht. In der Studie, die ich dazu fand, wird jedoch explizit gesagt: „[…] erzeugt keine DNA Schäden oder Photoaging […]“ (10).

Unter blauem Licht sieht man aber wirklich alt aus

Trotz allem ist die Lichtfarbe etwas, was unser Aussehen beeinflusst. Es ist ja nichts Neues: Wenn man auf einer Toilette in einem angesagten Club ist und diese in blaues Licht gehüllt ist (ja, damit die Junkies die Venen nicht sehen können), sieht man selber auch ziemlich fertig und alt aus. Rotes Licht dagegen glättet optisch unsere Züge, die dann weicher und jünger wirken. Kein Wunder also, dass z.B. Prostituierte dieses Prinzip ausnutzen. (Der Name Rotlicht-Milieu hat also einen logischen Ursprung).

Mein Fazit

Blue Light und Hautalterung, dafür gibt es im Moment keine stichhaltigen Beweise. Dennoch kann es nicht schaden, weniger ins Smartphone zu glotzen, Bildschirmpausen zu machen und abends nicht mehr zu surfen. Dann ist man morgens auch ausgeschlafen und sieht besser aus. Rausgehen sollte man am besten immer am frühen Morgen und am späten Nachmittag. Denn der relativ hohe Anteil an IR-Strahlung zu diesen Zeiten hat nachweislich photoprotektive Eigenschaften = schützt vor Sonnenbrand (11, 12). So einfach ist das.

Literatur

(1) Pinkmelon-Lexikon: UV-Strahlen
(2) Pinkmelon-Lexikon: Licht
(3) Pinkmelon: Antioxidantien gegen Falten
(4) The skin aging exposome
(5) OK Magazin 5/2016
(6) Ladival: IR Schutz
(7) Pinkmelon: Was sind gute Lichtschutzfilter
(8) Wikipedia: Opsin
(9) Hautpflegeserie: Viliv
(10) Clinical and histological effects of blue light on normal skin
(11) Effects of Infrared Radiation and Heat on Human SkinAging in vivo
(12) Infrared and skin: Friend or foe

Foto: ©iStock.com/Kerkez

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie sieben Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China und Mülheim adR.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 2. April 2019
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 448 mal gelesen.

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