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Haarspray: kein Styling ohne

„Hamburg: Wieder mal Regen. München: Starker Wind. Rom: Die Sonne brennt.“ Wer erinnert sich noch? 3-Wetter Taft: Das ist das Synonym für Haarspray bei jeder Wetterlage. Die attraktive Business-Frau visualisiert beim Ein- und Ausstieg in den Flieger mühelos den Spagat des Haarsprays zwischen Halt und Natürlichkeit, Curl Retention und Wetter unabhängiger Performance. Die Frisur sitzt perfekt. Immer.

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Die ersten Haarsprays waren recht einfach zusammengesetzt: Schellack, Alkohol und Parfüm. Erfunden wurden sie von Hans Schwarzkopf (Rezeptur) und Robert Abplanalp (Sprühdose). Interessanterweise lagen zwischen diesen beiden Erfindungen knapp 20 Jahre und so wurde das Haarspray, wie wir es jetzt kennen, erst Mitte der 50iger Jahre auf den Markt gebracht. (siehe auch: www.fem.com).

Das Treibmittel

Damals war es üblich, FCKWs als Treibmittel einzusetzen, denn FCKWs sind chemisch inert und lassen sich gut verflüssigen, z.B. für Spraydosen oder in Kühlschränken. Diese Eigenschaften bereiteten ihnen damals einen flächendeckenden Einsatz. Erst als sich Hinweise mehrten, dass diese Substanzen dramatische Schäden in der Stratosphäre verursachen (Ozonabbau), wurden sie nicht nur aus Kühlschränken, sondern aus allen Anwendungen verbannt. Ins Haarspray kamen Propan/Butan- Gemische, die wir auch aus Campinggas kennen. Ja, und die Pyromanen unter uns wissen, welche Effekte man erzielen kann, sprüht man das ins offene Feuer. Heute wird meistens Dimethylether verwendet, der allerdings auch brennbar ist.

Wie funktioniert ein Haarspray?

Die Rezeptur des Sprays ist auch heute noch verblüffend einfach: Ein Filmbildner (Polymer) wird in Alkohol dispergiert und mittels Sprühstoß als Aerosol feinstverteilt auf das Haar gebracht. Die kleinen Tröpfchen fließen auf dem Haar an die Stellen, an denen sich die Haare berühren, der Alkohol verdunstet und es bleibt ein hauchdünner Film zurück, der die Haare aneinander fixiert.

Aerosol

Ein Aerosol bezeichnet die Dispersion eines Feststoffes oder einer Flüssigkeit in einem Gas (bei Haarspray das Treibmittel). Bekannteste Formen sind sicherlich der Nebel oder auch der Smog. Die dispergierten Teilchen haben eine Größe von 0,001 bis 100 µm, Teilchen von 0,1 µm bis 100 µm können auch Lungengängig sein. Bekannteste Anwendung hierfür ist das Asthma Spray, bei dem das Medikament tief in die Lunge gelangen soll. Beim Haarspray ist das unerwünscht (die Größe der Tröpfchen eines Haarsprays liegen üblicherweise zwischen 30 und 90 µm) und so wird seit Bestehen dieser Produktform auch immer über Lungenschäden gesprochen, die allerdings bisher nicht nachgewiesen sind.

Zerstäuben oder Sprühen?

Natürlich gibt es auch andere Formen als eine Spraydose, um ein Aerosol herstellen zu können: Mittels Zerstäuber, bei dem durch den Pumpstoß Luft  das Gas ist, in dem die Tröpfchen verteilt werden. An der Größenverteilung ändert das nichts, lediglich an der Anzahl der Tröpfchen. Ein Zerstäuber schafft nur etwa 1/7 der Tröpfchenmenge wie ein Spray, was erklärt, warum wir damit mehr pumpen müssen.

Der Filmbildner macht‘s

Natürlich soll auch unser Haarspray ein Alleskönner sein: Super Halt geben, Volumen boosten,  sich gut stylen lassen, die Haare trotzdem natürlich aussehen lassen, keine Schüppchen bilden, leicht auszubürsten und auszuwaschen sein, gut duften…. Und: Bei jedem Wetter funktionieren. Aber allen ist auch klar, dass das nicht geht: Starker Halt und Natürlichkeit schließen sich gegenseitig aus.

Die Hersteller versuchen das Optimum zu erzielen: Neue Filmbildner werden eingesetzt und Formulierungen extra auf feuchtes Wetter hin optimiert. Oder es werden Mischungen von Filmbildnern verwendet, die zusammen ein besseres Ergebnis liefern als alleine. Messmethoden werden auf Verbraucherbedürfnisse hin verfeinert, wichtig ist dabei die so genannte Curl Retention, bei denen mit Haarspray behandelte Locken unter definiert feuchter Atmosphäre ihre Lockigkeit behalten sollen. Für uns hilfreich ist auch die Stärkeskala auf dem Produkt, die einen Hinweis auf den zu erzielenden Halt gibt. Inhaltsstoffe wie Kashmir, Weizenproteine, Pflanzenextrakte und Öle geben dem Spray eine pflegende Komponente. Trotzdem kann man große Überraschungen erleben.

Wenn die durchgestylte Business-Frau heute zum Flieger eilt, wird sie mit ihrem Handgepäck spätestens an der Sicherheitskontrolle aufgehalten. Hinter der Security türmen sich die aussortierten vermeintlich gefährlichen Utensilien. Jetzt spätestens wäre ein Haarspray im Handtaschenformat ohne brennbare Inhaltsstoffe sinnvoll.  – Oder die Fahrt mit der Bahn.

Foto: ©istockphoto.com/robertprzybysz

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie vier Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 26. November 2013
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 3592 mal gelesen.

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