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Hund, Katze, Mensch: Zeckenmittel – immer wichtiger

Es gibt Leute, die behaupten, es sei der Klimawandel, andere sagen, es läge am Reisen. Fakt ist, dass sich Zecken mit fiesen Erregern immer weiter in Deutschland ausbreiten. Nicht mehr nur Bayern und Baden-Württemberg sind Hochendemie-Gebiete für Borreliose, immer weiter in den Norden und in die Städte breiten sich die ekelhaften Erreger aus.

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Mit Beginn des Frühlings flatterte mir eine Nachricht meiner Tierärztin ins Haus: „Schützen Sie Ihre vierbeinigen Lieblinge!“ Doch da war es schon zu spät, meine Perserkatze hatte schon die ersten Zecken mit nach Hause gebracht. Ein paar sonnige Vorfrühlingstage hatten gereicht, um die fiesen Spinnentiere aufzuwecken. (siehe auch: www.zecken.de)

Zecken immer und überall!

Es ist leider ein Gerücht, dass Zecken nur im Frühling aktiv sind – sie sind es das ganze Jahr, wenn die Temperaturen stimmen. Sie fallen auch nicht von Bäumen, sondern lauern am Wegesrand auf Gräsern und Sträuchern, Unterholz aber auch Gärten finden sie gut. Und sie fallen auf alles, was sich bewegt: Den Hund, der der Fährte folgt, die Katze, die ein Mäuschen jagt oder uns als Spaziergänger oder Gärtner. Im Gegensatz zu unseren vierbeinigen Freunden können wir schützende, helle (hell, weil Zecken besser sichtbar) Kleidung anlegen (Stiefel, lange Hosen und langärmelige Hemden), die das Risiko immerhin vermindern, aber nicht eliminieren. Und wer will das schon im Sommer?

Schutz vor Zeckenbissen

Vorbeugen ist besser als heilen – das gilt besonders hier. Außer dem Tragen geeigneter Kleidung bei Exkursionen ins Unterholz, sollte man aber ganz konsequent kontrollieren, ob sich nicht Zecken in der Armbeuge, im Schritt oder der Kniekehle schon festgebissen haben. Bei unseren Vierbeinern gilt natürlich das gleiche: auch hier eine sorgfältige Kontrolle des Fells auf blinde Passagiere. Sind unsere Vierbeiner mit Antizeckenmittel behandelt, werden sie zwar nicht gebissen, können aber trotzdem als Transporteur dieser Blutsauger dienen.

Was macht Zeckenbisse so gefährlich?

In der Tierwelt ist es üblich, dass sich Parasiten oder auch Viren und Bakterien auf einen sogenannten „Wirt“ spezialisiert haben. Auf bzw. in ihm lassen sie sich durch die Gegend tragen oder fliegen, um ihn dann bei geeigneter Gelegenheit zu verlassen und sich woanders zu vermehren. Bekanntestes und gefährlichstes Beispiel ist sicherlich die Malaria, deren Erreger von der Anophelesmücke übertragen werden. Die Zecke – in Deutschland wird sie auch gemeiner Holzbock genannt – kann zwei Arten von Infektionen übertragen:  Borreliose, eine Erkrankung, die durch Bakterien vom Stamme der Borrelia hervorgerufen wird und FSME (Frühsommer Menigo Enzephalitis), eine Viruserkrankung. Beides sind Erkrankungen, die alles andere als auf die leichte Schulter zu nehmen sind. (siehe auch: http://www.zeckenbiss-borreliose.de/fsme.html) Einmal infiziert kann Mensch nur durch eine langwierige Antibiotika Therapie genesen. Doch auch Hunde können an Borreliose erkranken und leiden dann unter ähnlich unspezifischen Symptomen wie der Mensch. Hunde kann man allerdings (im Gegensatz zu uns Menschen) impfen lassen.

Was wirkt gegen Zecken?

Jetzt ist Chemie gefragt so richtig echte, auch wenn man ein paar Produkte in den Drogeriemärkten finden kann. Früher wurde DEET (Diethyltoluamid) verwendet, das aber wegen seines Allergierisikos nicht mehr verwendet wird. Dafür kommen heute die Wirkstoffe Icaridin (1-(1-Methylpropoxycarbonyl)- 2-(2-hydroxyethyl)piperidin) oder Ethyl-N-acetyl-N-butyl-beta-alaninat zum Einsatz. Aber auch ausgewählte Parfuminhaltsstoffe oder ätherische Öle (siehe auch „Parfum – Die Chemie des Duftes“)  werden eingesetzt – für Menschen. Für die Vierbeiner empfiehlt sich der Besuch beim Tierarzt oder zunächst einer Hersteller-Seite wie z.B. http://parasitenfrei.bayer.de/

Beruhigt zurück legen kann man sich trotzdem nicht (http://www.test.de/Zeckenmittel-fuer-Hunde-Biest-beisst-Hund-1107105-1107110/) und Kontrolle ist nach wie vor der beste Zeckenschutz. Dieses gilt selbst für Gegenden, wo man es nicht vermutet. Ich wünsche deswegen meiner Freundin Erna gute Besserung: Sie ist vor etlichen Jahren in Berlin unbemerkt von einer Zecke gebissen worden und macht jetzt eine (langwierige und anstrengende) Antibiotika Therapie. Alles Gute!

Foto: ©istockphoto.com/Dragisa

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie vier Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 28. Mai 2013
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 4147 mal gelesen.

2 Antworten zu “Hund, Katze, Mensch: Zeckenmittel – immer wichtiger”

  1. Yuki68

    Leider jede Menge sachlicher Fehler! Borreliose gibt es seit jeher in ganz Deutschland, was sich in den Norden ausweitet ist die FSME. Zecken lassen sich auch nirgendwo fallen, sie werden abgestreift von Haustieren oder eben Menschen. Die Bewegung ist den Zecken völlig egal, maßgebend ist der Geruch. Man sollte auch darauf hinweisen, dass viele Zeckenmittel (wie z.B. Frontline) inzwischen keinerlei Wirkung mehr haben, weil die Zecken immun geworden sind!

  2. strawberrymouse

    Ergänzend: Zecken beißen nicht; sie stechen!

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