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Kosmetik ohne Tierversuche!

Wir leben in einer besonderen Zeit. Uns mangelt an nichts: Lebensmittel sind billig und immer verfügbar. Wir haben genügend anzuziehen und müssen nicht frieren, auch nicht im Winter weder in unseren Wohnungen noch am Arbeitsplatz. Ohne Probleme kommen wir von A nach B: mit der der Bahn, dem eigenen Auto, dem Flugzeug. Wir leben in einer Welt des absoluten Luxus.

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Bert Brecht: erst kommt der Bauch, dann kommt die Moral

Zumindest im internationalen Vergleich sieht Europa so aus. Doch wir Europäer versuchen trotz Überfluß uns auch ökologisch und ethisch korrekt zu verhalten. In Ländern der dritten Welt ist das natürlich nicht so. Denn wo Menschen um das nackte Überleben kämpfen, hat Tierliebe keinen Platz. Bei uns gehört dagegen dazu, dass wir Tieren nicht unnötig Schmerzen zufügen wollen. Ob das nun bei der Massentierhaltung ist, dem Tiertransport, der Fellgewinnung, der Schlachtung, usw. Doch unser Dilemma ist: Wir empören uns z.B. über die Methoden am Schlachthof – das Schnitzel essen wir aber trotzdem….
Wenn man es also ernst nimmt mit dem Tierschutz, z.B. wie die Aktivisten von PETA dann kann man keine Kompromisse eingehen, wird Veganer und lebt …anders.
Wer will/kann das wirklich?
Es soll hier kein Traktat über ethisch einwandfreies Verhalten werden, ich möchte vielmehr das Dilemma aufzeigen, in dem wir uns täglich befinden. Zum einen wollen  wir tierische Produkte nutzen, zum anderen wollen wir, dass es den Tieren gut geht. In einer industrialisierten Welt, zumal, wenn der Profit an erste Stelle steht, geht das nicht.

Tierversuche sind nach wie vor gängige Praxis

Doch auch im fortschrittlichen Europa sind Tierversuche nach wie vor gängige Praxis: Und hier geht das Dilemma weiter. Der Gesetzgeber fordert, dass chemische Stoffe zugelassen werden müssen, egal ob sie für die Ledergerberei, Düngemittelindustrie oder Kosmetik verwendet werden sollen: REACH and animal testing.
Der Hintergrund ist keine Böswilligkeit, sondern die Sorge um die Sicherheit der Umwelt und letztlich der Konsumenten.
Bevor ein neuer Rohstoff, ein neues Arzneimittel am Menschen erprobt werden darf, muss es toxikologische Basisdaten geben. Und die können leider nur am Tier – meist Ratten und Mäusen – erhoben werden. Und auch an alten, schon lange zugelassenen Rohstoffen entzündet sich immer  wieder die Diskussion, ob die alten Daten denn noch aktuell seien. Der faule Kompromiss: Ein Tierversuch.

Es zählt der Respekt vor der Kreatur

Überall wo geforscht wird an Hochschulen oder in Firmen tun sich die Verantwortlichen nicht leicht mit der Genehmigung von Tierversuchen. Ein Ethikrat entscheidet darüber, ob der Versuch gemacht werden kann.
Siehe auch:

♦   Uni-Heidelberg: Wozu Tierversuche?
♦   FAZ: Sterben für die Wissenschaft
♦   Bayer: Bayer und Tierversuche
♦   Interpharma: Tierversuche

Und nicht zuletzt dank der Tierschutz-Aktivisten ist die Suche nach alternativen Methoden – meist in vitro – ein immerwährendes Thema.

In vitro Methoden – die Alternative zum Tierversuch

Mit „in vitro Methoden“ werden Verfahren beschrieben, in denen ein Tierversuch z.B. mit Zellsystemen, einem Hautmodell oder anderen Verfahren nachgestellt wird. So testet man zum Beispiel Reizpotentiale von Tensiden und von fertigen Formulierungen am Hühnerei. Dieses wird übrigens seit mehr als 30 Jahren in der Kosmetik Industrie gemacht, sowohl für kosmetische Rohstoffe als auch für Fertigprodukte. Der finale Test wird – und das ist doch fair – am Menschen durchgeführt. Viele Kosmetikhersteller machen dazu auf ihren eigenen Firmenseiten Angaben z.B. Beiersdorf.

Das sollte uns aber nicht abhalten, weiter darüber nachzudenken, wie man den Umgang mit Tieren verbessert.

Foto: ©istockphoto.com/filo

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie vier Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 25. Oktober 2011
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 4646 mal gelesen.

3 Antworten zu “Kosmetik ohne Tierversuche!”

  1. xxMaiki

    Lebensmittel sind billig? 😀 seit wann das denn? 😀
    aber naja, trotzdem ein sehr guter beitrag 🙂
    Ich selber achte auch immer drauf das ich tierversuchsfreie kosmetik kaufe, es sollte schließlich nicht unterstützt werden, wenn tiere gequält werden :/.

  2. Fitnessqueen

    @xxMaiki: Den Punkt „billige“ Lebensmittel musst Du im Kontext von Inflation und der üblichen Preissteigerung der letzten Jahre sehen. Dann sind sie billig. Auf Kosten von Umwelt und vielen Menschen, die nicht genug zu essen haben.

  3. Chaneira

    ich versuche oft kosmetik zu kaufen die nicht an tieren getestet wurde. soweit man das überhaupt wissen kann wer wirklich nicht testet. oft beauftragen dann die konzerne einfach labore in anderen ländern um sich nicht selbst die finger schmutzig zu machen und sagen sie machen keine tierversuche. SIE machen auch keine, aber lassen oft welche machen. es ist ein dilemma.
    es ist, als würde man bei mc donalds eine veggie-burger kaufen. dem mc donalds ist es egal ob man jetzt selbst den fleischburger ist oder den kartoffelburger, mc donalds verdient dran. vegetarismus ist für mich in erster linie sein eigenes gewissen beruhigen, denn die tiere sterben so oder so und werden grausam gehalten. ob ich es esse oder der nachbar ist für das tier blaugrün wie türkis- grauenhaft gehalten und verängstigt gestorben ist es so oder so.
    die breite masse wird immer zu bequem sein ihr einkauf- oder essverhalten zu ändern. sei es um bewussten und seltenen fleischgenuss oder gleich vegetarisch(von vegan halte ich allerdings nichts).
    wenn das schnitzel so gut schmeckt, wen intressiert das anonyme tier welches man nie lebend gesehen hat? ihm nicht in die augen gesehen hat?
    wen intressiert bei der wimperntusche die so tolle wimpern macht, ob dafür eine kleine ratte höllische schmerzen bei tests ertragen musste? :/

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