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Selbstbräuner – Teint aus der Tube

Wäre es nicht schön, wenn - man braun wird, auch wenn es regnet? Gesund aussieht, ohne sich in die Sonne zu legen? Den Bräunungsgrad selber einstellen kann? Eine Bräune bekommt, die wasserfest ist? Und solch ein Produkt zu kaufen wäre? Immer und überall? Selbstbräuner, wie es geht mit dem Teint aus der Tube.

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Dass der Sommer (in unseren Breiten) nicht kommt, ist nicht neu. Dass er, wenn er dann endlich da ist, mal viel zu nass und mal auch viel zu heiß ist, kennen wir auch. Von der Vorstellung, dass wir also Nachmittage, Abende oder gar ganze Wochenenden im Schwimmbad verbringen werden, haben wir uns längst verabschiedet (die Schwimmbadbetreiber wohl auch…). Was bleibt sind käsig weiße Beine und Bauch, allenfalls die Arme sind etwas gebräunt und der Unterschied zu den blassen Hautpartien riesig. Wenn man dann doch irgendwann das trägerlose Kleidchen anzieht, sieht das super blöd aus.

Dr. Zufall entdeckte die Wirkung von DHA

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, experimentierten Forscher an der Universität von Cincinnati, um die weißlichen Entfärbungen der Haut, Vitiligo, die sogenannte Weißflecken Erkrankung, zu mildern. Dabei stießen sie auf Dihydroxyaceton (DHA), dessen färbende Wirkung auf der Haut zufällig entdeckt wurde. Die färbende Wirkung von DHA auf der Haut beruht auf der Reaktion von DHA (als Zucker) mit den Proteinen auf der Haut (Keratin). Diese Reaktion nennt man Maillard Reaktion und ist uns aus der Küche bekannt: beim Steak grillen, Brot toasten, Kartoffeln frittieren oder Plätzchen backen. Die braune Kruste ist nichts anderes als das Reaktionsprodukt eines Zuckers mit einer Aminofunktion.

Braun ist nicht gleich braun

Die Bräunungsreaktion wird vor allem in der Lebensmitteltechnologie intensiv untersucht und man weiß, dass die Art der Bräune abhängig ist von der verwendeten Aminosäure. Gleichzeitig spielt natürlich auch der verwendete Zucker eine Rolle und last not least die Reaktionstemperatur. DHA gibt auf der Haut leider nicht bei jedem die gleiche Art Bräune und bei manchen gar keine. Eine befriedigende Antwort, woran es liegt, kann uns die Wissenschaft derzeit nicht geben. Da man die Aminosäuren der Haut nicht verändern kann (und tunlichst auch nicht die Temperatur, bei der man das Produkt verwendet), bleibt allenfalls eine Kombination von verschiedenen Zuckern zu probieren. Es gibt einige Selbstbräuner, die eine Kombination von DHA und Erythrulose (ein Zucker mit einem C mehr) enthalten.

Probieren geht über studieren

In der Regel enthalten Selbstbräuner zwischen 1 bis 15% DHA, dabei lassen sich grob „leichte“ 3-5% und „schwere“ Produkte 5-15% unterscheiden. Meistens liegt der Gehalt aber um 5% +/-3. Da es laut Gesetzgebung in Europa nicht vorgeschrieben ist, den Gehalt an DHA zu spezifizieren, können wir Konsumenten nur raten. Steht DHA weiter vorne in der INCI, wird wohl mehr enthalten sein (siehe auch „Schon entdeckt“). Nicht zuletzt ist das Bräunungsergebnis von der Art der Formulierung abhängig. Je leichter verteilbar, desto gleichmäßiger. Auch sollte die Formulierung schnell einziehen, denn sonst ist der Wirkstoff beim Anziehen schnell wieder abgerieben. Es hilft also nur probieren. Generell wird die Haut dort dunkler, wo viel Keratin, also da wo mehr Hornhaut ist. Hier hilft regelmäßige Pflege oder ein Peeling vorweg. Auch sollte man nicht zu schnell nach dem Auftrag des Produktes wieder duschen (ja, die Bräunungsreaktion riecht ein bisschen – halt wie beim Toasten), sie setzt  erst nach 2 bis 4 Stunden überhaupt ein und kann bis zu 72 Stunden dauern. Danach ist der neue Teint allerdings total wasserfest.

Braun und dann?

Nichts hält ewig, auch nicht die Bräune aus der Tube. Nach drei bis zehn Tagen ist sie wieder weg (wird mit dem normalen Hauterneuerungsprozess abgeschubbert und mit dem Handtuch abgerubbelt), wenn man nicht weiter nachcremt. Doch Vorsicht! Braun bedeutet in diesem Fall nicht, dass man in der Sonne geschützt ist. Sonnenschutz ist nach wie vor ein Muss, will man in der Sonne natürliche Bräune erlangen.

Einige Dinge sollte man weiter beachten: Seide ist absolut tabu im Kontakt mit Selbstbräuner, sich Zeit nehmen und das Produkt gut einziehen lassen, bevor man sich ankleidet – und nicht frustriert sein, wenn der Teint beim ersten Mal noch nicht perfekt ist.

Aber vielleicht gehört ja auch die eine oder andere Leserin zu den glücklichen Gewinnern einer air-brush Applikation von Selbstbräuner, so wie ihn auch viele Kosmetikstudios anbieten. Das ist natürlich auch eine Methode….

Foto: ©istockphoto.com/CareyHope

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie vier Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 25. Juni 2013
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 3894 mal gelesen.

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