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Silikone

Hand aufs Herz, wenn wir Silikone hören, denken wir zuerst doch nur an… Genau, den Silikonbusen von irgendeinem Star oder Sternchen des Filmhimmels oder des Boulevards. Silikone, vor allem als Busen, sind in unserer Wahrnehmung meist etwas Halbseidenes, wenn nicht sogar Gefährliches. Und jetzt gibt es Silikone sogar in Kosmetika. Stimmt da was nicht?

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Ein Blick auf das Periodensystem verrät viel

Nun, vielleicht sollten wir unseren Blick zunächst auf was anderes richten, zum Beispiel das Periodensystem der Elemente (ist sowieso besser als den Frauen auf den Busen zu starren).
Schauen wir uns doch mal den Kohlenstoff an: Den Stoff, das Element, aus dem das Leben gemacht ist. Warum, verrate ich weiter unten.

Alle, wirklich (fast) alle Verbindungen des Lebens enthalten Kohlenstoff: Zucker, Fette, Eiweiße und hast du nicht gesehen. Und beim Verbrennen von Kohlenstoff wird Energie frei. Das nutzen wir zum Beispiel im Auto als Benzin. Dummerweise entsteht beim Verbrennen von Kohlenstoff CO2, das Treibhausgas schlechthin.
Und warum habe ich nun über Kohlenstoff geredet, wenn es doch um Silikone geht?
Weil ich das Augenmerk auf die Elemente richten wollte. Das Element, aus dem Silikone aufgebaut sind, ist Silizium. Silizium ist sozusagen die fette Schwester vom Kohlenstoff. Wenn man also versteht, was Kohlenstoff für unser Leben bedeutet, kann man ermessen, was Silizium und seine Verbindungen so interessant macht.
Verbrennt man nun Silizium wird auch Energie frei und es entsteht – Sand. Hat schon mal jemand was über die schädliche Wirkung von Sand gehört?

Chemiker nutzten die Verwandtschaft von Silizium und Kohlenstoff für neue Rohstoffe

Für Chemiker bedeutet die Verwandtschaft der Elemente Kohlenstoff und Silizium, dass man fast alle Verbindungen des Kohlenstoffs auch mit Silizium „nachbauen“ kann. Man erhält Verbindungen mit ungeahnten Eigenschaften. Es gibt sogar Forscher, die sich damit beschäftigen „Leben“ mit Silizium zu erforschen. Dahin ist es noch ein weiter Weg, denn viele Siliziumverbindungen sind chemisch inert, das heißt sie reagieren nicht oder nur sehr langsam. In der Praxis bedeutet das: Sie brennen schlecht, mischen sich schlecht mit anderen Stoffen. Also eigentlich alles Eigenschaften, die ein Chemiker nicht wirklich aufregend findet. Und so finden dann die Silizium Verbindungen als Silikone Anwendung als Kühlschrankdichtungen, Fugenkitt, Brandschutzmittel, Schmiermittel, chirurgische Materialien (wie dem Silikonbusen) und so weiter. Die Vielfalt an Verbindungen und Einsatzbereichen ist – so ist das mit der Verwandtschaft – ähnlich groß wie beim Kohlenstoff.

Und irgendwann kam man darauf Silikone in Kosmetika einzusetzen. In der Deklaration der Inhaltsstoffe sind sie z.B. an der Endung –methicone zu erkennen.

Silikone geben Kosmetika neue Anwendungseigenschaften

Hier entfalten Silikone wahre Kunststücke, die mit anderen kosmetischen Rohstoffen nicht zu erhalten sind: Zum Beispiel: Sie dienen in Handcremes dem Hautschutz (weil sie sich nicht mischen), sie verbessern das Gefühl von Pflegecremes auf der Haut (weil sie nicht fettig sind), sie verbessern die Haltbarkeit von Make-up (weil sie die Pigmente auf der Haut „fest halten“), sie verbessern im Shampoo den sogenannten Griff von Haaren (weil sie auf dem Haar einen hauchdünnen Film bilden) und so weiter.
Natürlich ist das Silikon in der Handcreme nicht das gleiche wie im Shampoo, denn es gibt ja, wie gesagt eine unendliche Vielzahl und Silikon ist der Sammelbegriff.
Aber sollte man solche Stoffe wirklich einsetzen? Warum nicht? Sie sind doch genauso nach allen gesetzlichen Vorschriften getestet und ihre Verträglichkeit in umfangreichen Studien geprüft wie alle anderen Stoffe, die in der Kosmetik eingesetzt werden.
Und das Silikon, das möglicherweise als Busen Probleme macht, ist nicht das gleiche, das in der Kühlschrankdichtung seinen Dienst versieht und schon gar nicht eines, welches in der Kosmetik eingesetzt wird.
Es eignet sich weiterhin nicht jeder Anwendungsbereich in der Kosmetik für den Einsatz von Silikonen, aber umgekehrt verdienen sie auch nicht, dass man sie verdammt.
Als Entwicklerin habe ich Silikone gerne eingesetzt, denn das Ergebnis war häufig umwerfend. Nach meiner Meinung haben sie einen festen Platz in der Kosmetik. Und, wollen wir nicht alle eine so seidige Hautcreme, die sich genauso anfühlt wie Baby-Haut?

Foto: ©istockphoto.com/JacobH

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie vier Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 6. Dezember 2011
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 2925 mal gelesen.

5 Antworten zu “Silikone”

  1. Jessi

    aber ist es nicht schon „bewiesen“, dass Silikone im Shampoo eher schädlich für die Haare sind ?
    weil sie sich so fest um die Haare festsetzen, dass die guten Stoffe im Shampoo nicht mehr eindringen und auch kein Wasser mehr in die Haare eindringen kann. sie vertrocknen doch von innen !
    zudem kann man – wenn die Haare von Silikonen ummantelt sind – sie schlechter färben, da sie einfach keine Farbe mehr annehmen, das Silikon mischt sich nicht mit der Farbe…
    von den Problemen auf der Kopfhaut will ich gar nicht erst anfangen… jucken, Schuppen, etc.

  2. Erdbeerstern

    Schöner Artikel, vielen Dank 🙂

  3. ArwenAbendstern

    sehr interessantes Thema…ich habe an sich kein Problem mit Silikonen, doch mein Shampoo ist inzwischen silikonfrei…nicht zwingnd, weil ich es so haben wollte, sondern weil mich dieses in einigen Punkten einfach mehr überzeugt hat….meine Haare werden wirklich quitsch-sauber und ich muss seltener waschen, für Pflegeprodukte (die ich eher selten verwende) ist es mir dann aber egal
    Auch ansonsten mache ich mir darüber keinen Kopf, ob da jetzt Silikon enthalten ist oder nicht

  4. LaMieze

    Ich frage mich das selbe wie Jessi! Habe ebenfalls nur schlechte Erfahrungen mit silikonhaltigen Shampoos gemacht. Meine Haare haben überhaupt keine Farbe mehr angenommen und waren nachdem ich auf silikonfrei umgesprungen bin eine Zeit lang sehr sehr spröde und trocken!

  5. pippasali

    Naja, wenn man es im Produkten für die Gesichtpflege oder so verwendet, habe ich schon immer das Gefühl einen Film drauf zu haben… Und die Haut sollte doch atmen können, stört das denn nicht?
    Ich merke jedenfalls, dass meine Poren öfter verstopfen, wenn ich silikonhaltige Cremes benutze, da sollte man dann schon öfter die Haut peelen. Wenn es sich toll anfühlt, hab ich nicht viel davon, wenn es nachher pickelige oder trockene Haut ist, die sich gut anfühlt.

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