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Wie Schwarz Kosmetik highlightet

Schwarz ist keine Farbe? Schwarz färben geht dann also nicht? Eben, doch. Und wie! Unser Alltag ist voll davon. Zwar definiert die Physik Schwarz als die Abwesenheit von Licht und spricht Schwarz damit den Farbstatus ab. Wir Normalos dagegen verwenden ganz viel Schwarz: im Eyeliner, Mascara oder Nagellack und zum Karneval dann schon mal für den ganzen Körper.

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©iStock.com/joshblake

Schwarz gehört sicherlich mit zu einer der mysteriösen Farben wie Rot (sie auch: Rot, Rot, Rot) und kann eine ganze Palette von Emotionen hervorrufen. Wir verwenden Schwarz für illegal, konservativ, katholisch, schmutzig oder böse. Doch ist Schwarz auch super elegant als kleines Schwarzes, stylisch, ein Zeichen von Macht und Magie und schon lange keine Trauerfarbe mehr. Es ist kultig als Gothic, exakt mit „schwarz auf weiß“ und bietet günstige Gelegenheiten beim „black Friday“.  Selbst Autos werden in Deutschland meist noch schwarz lackiert (siehe auch: www.focus.de)

Autofarben Neuzulassungen 2014 http://colornews.de/markt/marktzahlen/autofarben-2014-weiss-immer-beliebter-rot-ueberholt-braun/

Abb.1: Autofarben Neuzulassungen 2014 http://colornews.de/markt/marktzahlen/autofarben-2014-weiss-immer-beliebter-rot-ueberholt-braun/

In der Physik wird Schwarz gebraucht zur Kalibrierung von Meßgeräten und  für Teleskope. Vantablack, das schwärzeste Schwarz derzeit  (siehe auch: www.spektrum.de) ist eine der neuesten Entwicklungen und reflektiert so gut wie kein Licht mehr – man könnte sich damit fast unsichtbar machen. Harry Potter lässt grüßen.

Feuer erzeugt Schwarz

Ein wesentlicher Schritt in der Evolution des Menschen war die Beherrschung des Feuers. Damit ließen sich nicht nur warme Mahlzeiten produzieren, sondern auch die Nacht erhellen. Und natürlich wurde darin herumgeprokelt und gekokelt. Mit dem Feuer zog die Chemie bei uns ein, denn Verbrennung ist eine Oxidation. Bei der Verbrennung von organischem Material entstehen Wasser und CO2  und, wenn sie nicht vollständig ist, Ruß. Kein Wunder also, dass Ruß einer der ältesten Farbstoffe schlechthin ist. Auch zur Weihnachtszeit ist Ruß eine häufige Begleiterscheinung beim Abbrennen der Kerzen. Das Experiment kann leicht zu Hause gemacht werden (siehe auch: www.nela-forscht.de).
Bei einer so einfachen Herstellung wundert es nicht, dass Schwarz in vielen Höhlenmalereien ein wichtiger Bestandteil ist.

Ruß und Carbon Black

Heutzutage wird Ruß (auch Carbon Black oder CI 77266) großtechnisch hergestellt und es versteht sich von selbst, dass nur ein kleiner Teil der Produktion in die Kosmetik „wandert“. Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind aber als Farbpigment und zur Verstärkung von Naturkautschuk – für Autoreifen, natürlich.

Rußherstellung „Carbon black production“ von MagentaGreen - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carbon_black_production.svg#/media/File:Carbon_black_production.svg

Abb.2: Rußherstellung „Carbon black production“ von MagentaGreen – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Carbon_black_production.svg#/media/File:Carbon_black_production.svg

In der Kosmetik wird Ruß verwendet in Macara und Eyelinern. Besonders, wenn flüssige Formulierungen gewünscht sind, ist Carbon Black das Pigment der Wahl, da es durch seine geringe Teilchengröße gut als „Tinte“ formuliert werden kann.

Schwarzes Eisenoxid

Eisenoxidschwarz (CI 77499), ist der andere wichtige Vertreter der kosmetischen Schwarzpigmente. Die chemische Formel ist Fe3O4 und er wird aufgrund seiner magnetischen Eigenschaften auch Magnetit genannt. Dieses Pigment wird häufig eingesetzt in Mascara, um Schwarz aber auch Schwarzbraun zu erhalten. Natürlich auch in Foundations und Pudern in Kombination mit anderen Pigmenten, um einen Hautton zu erzielen. Weiterhin hat es als E 172 eine Zulassung für Lebensmittel.

Andere Schwarz-Farben

Für die Textilfärberei ist das wichtigste Farbmittel Anilinschwarz, das aber keine Kosmetikzulassung besitzt. Für die Farbstoffe zum Haare färben gelten strenge Anforderungen und nur wenige Substanzen sind zugelassen. Verwendet werden primäre aromatische Diamine, Aminophenole, Polyphenole und aromatische Alkohole, wobei die Farbe erst durch Oxidation erhalten wird. Je nach Zusammensetzung der aromatischen Verbindungen erhält man dabei unterschiedliche Farbtöne.

Genug Schwarz gesehen? Besonders schöne Effekte lassen sich mit Schwarz erzielen, wenn man die Nägel zunächst schwarz lackiert und dann einen Effektlack darüber gibt. Dann kann ja zur  Silvesterfeier nichts mehr schief gehen, vor allem wenn man ausreichend schwarze Glücksbringer dabei hat – den Schornsteinfeger.

Foto: ©iStock.com/joshblake

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie sieben Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China und Mülheim adR.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 22. Dezember 2015
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 2124 mal gelesen.

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