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Winter, Sonnenlicht, Winterdepression – und die gute alte Sonnenbank

Jetzt wird die Zeit wieder umgestellt, schlagartig ist Winter und mit dem Winter kommt der Winter-Blues. Die Sonne fehlt und damit das Licht nicht nur zur Vitamin D-Synthese, sondern auch zur Stimmungsaufhellung. Als ich jedoch meinen Freunden von meiner Strategie dagegen erzählte, erntete ich großes Entsetzen: Sonnenbank ist out – mega-out.

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„Assi-Toaster“ oder auch „Proletengrill“, das sind die Begriffe, mit denen heute das Solarium deklassiert wird – und deren Benutzer eben auch. Kenner meinen sogar, eine „echte“ Sonnenbräune von der „unnatürlichen“ aus dem Solarium unterscheiden zu können. Und nicht zuletzt hat es der Gesetzgeber den Solariumbetreibern und -nutzern schwerer gemacht. (Bundesamt für Strahlenschutz).

Sonnenlicht
Unsere Sonne bestrahlt die Erde mit einem breiten Band verschiedener Stahlen. Von der kurzwelligen UVC-Strahlung kommt dank der Ozonschicht nichts an der Erdoberfläche an, UVB- und UVA- Strahlen sind diejenigen, die für eine (gesunde) Bräune (oder bei Übertreibung eben für einen Sonnenbrand) und für die Vitamin D- Synthese nötig sind. Das sichtbare Licht macht uns munter und die Infrarotstrahlung wärmt. (Sichtbares Spektrum – Grafik)
Im Winter nun, kommt davon auf der Nordhalbkugel nicht mehr viel an. Es ist lange dunkel und wenn die Sonne dann scheint, ist das Licht auch nicht so intensiv wie im Sommer. Muss man dann im Dunkeln zur Arbeit und wieder nach Hause, kommt man sich vor wie ein Maulwurf. Und nicht nur das: Ein Blick in die Wetteraufzeichnungen zeigt, dass z.B. der vergangene Winter der dunkelste (ja und auch längste und kälteste) seit Langem war. (Dunkelster Winter aller Zeiten)

UVB – Strahlen und Vitamin D – Synthese
Vitamin D gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine und verbessert die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus der Nahrung. Diese Substanzen sind essentiell sind für den Knochenaufbau. Das interessante an Vitamin D ist, dass es unsere Haut selbst synthetisieren kann, wenn sie ausreichend UVB – Strahlung* abbekommt. In der Regel reichen 30 Minuten Ganzkörperbestrahlung / Tag, um die nötige Dosis zu erreichen. Bei Vitamin D Mangel kommt es zu Rachitis, eine Erkrankung, die früher  sehr häufig Kinder betraf, die in Bergwerken schuften mussten.  Allerdings ist man heute der Auffassung, dass Vitamin D (und somit ja irgendwie die UVB – Strahlung) zusätzlich positive Auswirkungen hat auf Autoimmunerkrankungen, Blutdruck und Zellgesundheit, wenn man es nicht übertreibt. In Australien diskutieren derweil Mediziner über den Sinn des totalen UV – Schutzes. (Cancer Council Australia)
*UVB – Strahlung, das sind die Strahlen im Wellenlängenbereich von 280 bis 320 nm, das Maximum der Vitamin D Synthese wird bei 297 nm erreicht. UVB –  Strahlen sind die für den Sonnenbrand (Erythem) wirksamen Strahlen.

Licht und Winter-Blues
SAD – seasonal affective disorder, das ist das offizielle Wort für den Winter-Blues, einer mittlerweile anerkannten  depressiven Erkrankung: man ist müde, gereizt, antriebslos, schläft und isst viel und fühlt sich irgendwie – unglücklich. Viele würden auch gerne in den Winterschlaf fallen. Leider geht das in der zivilisierten Welt nicht und so schleppt man sich irgendwie durch. Der volkswirtschaftliche Schaden, den die sogenannten „saddies“ verursachen ist nicht klein und in manchen Ländern hat man drastische Maßnahmen dagegen ergriffen.

Lichttherapie
Um es gleich vorweg zu nehmen, mit Lichttherapie ist nicht die kuschelige Beleuchtung durch Kerzenlicht gemeint: Eine Kerze hat die Lichtausbeute von 1 Candela, einer Einheit, die ungefähr 1 Lux entspricht. Ein sonniger Sommertag dagegen bringt es mittags auf eine Beleuchtungsstärke von 100.000 Lux, im Büro dagegen ist es echt schummrig mit durchschnittlich ca. 500 Lux. Lichttherapie ist die gängige Therapie, die gegen SAD vorgeschlagen wird mit einer Lichtintensität von 10.000 Lux für 20 bis 60 Minuten täglich. Diese Therapie sollte in der Regel  UV-strahlungsfrei sein, denn Teil der Behandlung ist, dass man in das Licht schaut. Dieses nimmt über die Rezeptoren in den Augen Einfluss auf das Schlafhormon Melantonin, das  wird reduziert und violá, der Mensch wird wacher und fröhlicher.

Nordic Lights
In den Gegenden des Polarkreises scheint im Winter zum Teil monatelang keine Sonne.   Damit die Menschen nicht nur nicht an Vitamin D Mangel erkranken, sondern auch nicht dem Suff anheim fallen, hat man sich in Umea (63° 50’N = ganz nah am Polarkreis) was ausgedacht: Hier beleuchtet man im Winter die Bushaltestellen, nicht nur zur Vitamin D Synthese, sondern auch gegen SAD. Allerdings sind nicht alle Verkehrsteilnehmer von dem blendend hellen Licht begeistert…. Gemütlicher geht es in Stockholm, in dem „Light Café“, wo man sich zum Frühstück beleuchten lassen kann. Der Sitz einer Vereinigung: International Light Association ist in … Norwegen. Aber nicht nur in Skandinavien, überall auf der Welt sucht man nach Möglichkeiten in der dunklen Jahreszeit den Winter-Blues zu mildern.

Solarium, Tropen oder Dorschleber?
Nachdem sich Vermutungen erhärten, dass Vitamin D Mangel auch für den Winter-Blues verantwortlich ist, bietet sich eine Therapie durch eine Reise in wärmere und vor allem sonnigere Gegenden dieser Erde an (wenn der Gesetzgeber dies nicht auch verbietet… wegen der UV -Strahlung). Wer aber nicht die Zeit oder das nötige Kleingeld hat? Vitamin D kann man auch mit der Nahrung aufnehmen: Für Faule als Tablette, für Gourmets z.B. mit Dorschleber. In den USA oder Australien kann man mit Vitamin D supplementierte Milch kaufen. Natürlich kann man sich mit Freunden treffen, Musik machen oder einfach so gut drauf sein.  Auch wenn das UV – Spektrum der Solarien nicht der natürlichen Sonnenstrahlung entspricht: Ich gehe jetzt trotzdem, einmal die Woche für ca. 15 Minuten … am Ende des Winters werden wir ja sehen…

Foto: ©istockphoto.com/ Cimmerian

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie vier Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 15. Oktober 2013
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 4529 mal gelesen.

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