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Tränen der Götter

Es graut so grau mit den Winterperlen von Manhattan

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Was assoziiert Ihr für gewöhnlich mit den Wörtern Winter und Perlen? Erkennt Ihr Gemeinsamkeiten? Obwohl die Unterschiede– so werdet ihr mir wohl oder übel zustimmen müssen– überwiegen, lässt sich eine Parallele nicht von der Hand weisen: Die Farbe Weiß. Die Landschaft verschwindet erfahrungsgemäß im Winter unter einer weißen Schneedecke und wenn eine Oma Pech hat, wird sie darin die verlorene Kette mit den weißen Zuchtperlen nicht wiederfinden.

Ganz anders hat sich offensichtlich Dr. Scheller Cosmetics, besser bekannt als Manhattan Cosmetics, dem Thema angenähert, als die Lidschattenpaletten der aktuell erhältlichen Winter Pearls Limited Edition konzipiert wurden. Denn einen weißen Lidschatten wird man in der Manhattan Winter Pearls Eyeshadow Palette Crystal Blue 20 schwerlich ausmachen können.

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Das Farbspektrum, das beim Öffnen der futuristisch geformten, schwarzen Dose sichtbar wird, variiert nämlich von Blau über Violett bis Grau. Kalte Farben, die laut Angaben auf der Rückseite der Verpackung intensiv schimmern. Kalter Krieg allerdings, wenn es darum geht, die neun konvex gepressten Puderlidschatten mithilfe eines Pinsels auf meinen Augenlider anzubringen. Als Ursache des Übels lässt sich die spärlich ausgefallene Größe der äußeren Lidschattenkugeln (Ø ca. 0,9 cm) nennen, die um einen zentralen Kernlidschatten in einem silber-gräulichen Beigetons (Ø ca. 1, 8 cm) angeordnet sind.

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Aufgrund der Ähnlichkeit der Verpackung mit einem UFO (ja, ja, es könnte auch eine Muschel sein) sponn ich das Bild weiter und verknüpfte mit der Lidschattenkonstellation eine Sternenkette, die sich in der Umlaufbahn eines riesigen Mondes befindet. Haben wir es folglich mit einer verschollen geglaubten Sternenkarte oder einem Kalender der Inkas zu tun? „Nein!“, schrie die Vernunft, und ich widmete mich erneut dem grundlegenden Problem, nämlich der unvorteilhaften Farbabgabe bei Benutzung eines Pinsels. Der Einsatz jenes äußerst hilfreichen Schminkutensils schien vor allem bei den hartnäckigen, kleinen Halbkugeln zum Geduldsspiel zu werden, weil der Puder überwiegend auf dem Plastikgehäuse landete und es mit einer beachtlichen Schicht Glitzerstaub versah. Mit anderen Worten: Ich musste mehrmals das selbe Ritual wiederholen, um ein deckendes und intensives Ergebnis zu erzielen. Jedoch fiel mir dabei auf, dass die Textur angabengetreu seidig und fein ist, allerdings spreche ich mich hier klar gegen „einen perfekten Auftrag“, ebenfalls der Beschriftung zu entnehmen, aus. Perfekt wäre er unter Umständen gewesen, wenn die Anzahl der Lidschatten halbiert worden und im Gegenzug der Maßstab vergrößert worden wäre. Somit hätte der Pinsel die Farbe besser „greifen“ bzw. abtragen und dementprechend aufs Augenlid übertragen können. Vorsicht ist ebenso beim Verblenden geboten. Hat man wie gewohnt ordentlich ausgeblendet, verschwinden bedauerlicherweise die irisierenden Schimmerpartikel automatisch.

Wer nun denkt, dass sich nach Überwindung der ersten Hürden ein reibungsloser Ablauf einstellt, irrt! Nach der erfolgten Applikation der Lidschatten sah ich mich zwangsläufig mit der nächsten Hürde konfrontiert. Im gedämpften Tageslicht wirkten nämlich alle Lidschatten auf den ersten und zweiten Blick durch meine Brille grau.

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Wo waren die in der Dose vorgegaukelten Farbnuancierungen, die anfänglich den Appetit aufs Testen anregten? Selbst der mittige Highlighter leuchtete nicht strahlend. Er passte sich stattdessen dem Einheitsgrau im Augenbereich, das wiederum dem Grau des wolkenverhangenen Himmels entsprach, an. Ein Anflug von Enttäuschung kam in mir auf, doch die Bestätigung meiner Beobachtung durch unparteiische Beobachter nahm mir jegliche Hoffnung.

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„Hey, was ist los? Heute mal ganz unbunt unterwegs“, fragte man mich ganz erstaunt. Wenn ich den Strahl einer Taschenlampe auf mein Gesicht, insbesondere auf meine Augenregion, gerichtet hätte, wären die feinen Differenzierungen der Farbtöne hervorgetreten, doch wer möchte schon riskieren, das letzte Fünkchen Seriosität zu verlieren, um Bekanntschaft mit einer heimeligen Gummizelle in der Psychatrie zu machen? Ich kann Euch versichern, dass bei Kunstlicht der farbige Schimmer deutlich zu sehen ist, jedoch verblasst er mit der Zeit. Selbst eine neutrale oder farbige Lidschattengrundierung kann dem Ergrauungsprozess nicht entgegenwirken. Wenigstens wird dadurch garantiert, dass sich die mühevoll aufgelegte Lidschattenkombination im Laufe des Tages weder in der Lidfalte absetzt noch in ein grässliches Geschmiere verwandelt. Doch kann eine akzeptable Haltbarkeit mein Gesamturteil noch gravierend beeinflussen?

Mitnichten, denn die betreffende Lidschattenpalette bewegt sich wegen den nicht zu übersehenden Defiziten nur im Mittelfeld, soll heißen, legt alles in allem eine befriedigende Leistung ab. Zum einen kritisiere ich die Fehlbezeichnung, denn Crystal Blue ist meines Erachtens nach falsch gewählt. Mit der realitätsgetreuen Definition Crystal Grey hätte ich womöglich die Farbzusammenstellung ganz anders bewertet. Ich hätte kurzum ein Auge bei den faktisch nicht erkennbaren Farbunterschieden zugedrückt. Zum anderen hat mich die Größe der 8 Zwergen-Lidschatten erheblich gestört, da sie sowohl feindlich gegenüber Pinseln als farbabgabehemmend ist.

Setzt man jene Mankos in Relation zum Preis von 5, 95 €, muss man zwangsläufig an Wucher denken. Ca. 6 € für ein Konzept, das nicht aufgeht, zu bezahlen, ist in meinen Augen inakzeptabel. Auch das Argument, dass es sich hier um eine gelungene Smokey Eyes-Palette handelt, kann die zuvor dargestellten Kritikpunkte keineswegs relativieren. Es mag zwar sein, dass ich mich mit dieser Einschätzung als jemand oute, der in diesem speziellen Fall Perlen vor die Säue wirft, doch es wird erfahrungsgemäß Besseres im Standardsortiment von Manhattan Cosmetics angeboten. Beruhigend zu wissen, dass der Winter im Limited-Edition-Bereich bald vorüber ist!

Dieser Artikel wurde verfasst
von in der Kategorie Eyeshadow

Dieser Artikel wurde seitdem 1552 mal gelesen.

Resümee dieses Testberichts

XXXOOleichte Verteilbarkeit
XXXXOangenehmes Hautgefühl
XXOOOgute Farbabgabe
XXXXOgute Haftfestigkeit
XXXXOsetzt sich nicht in der Lidfalte ab

Gesamtwertung: 3,4 von 5,0

2 von 2 Pinkmelianern fanden den Beitrag hilfreich.

Positive Anmerkungen:

  • 1x toller Schreibstil
  • 0x kurz & prägnant
  • 0x sehr ausführlich
  • 0x Inhaltsstoffe genau betrachtet
  • 1x gute Bildqualität
  • 0x viele Detailbilder

Negative Anmerkungen:

  • 0x fehlende Detailbilder
  • 0x keine aussagekräftigen Bilder
  • 0x Text vermittelt nur den ersten Eindruck
  • 0x zu wenig persönliche Erfahrungen
  • 0x Testphase wirkt zu kurz
  • 0x Fazit erscheint nicht schlüssig
  • 0x nicht hilfreich

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4 Antworten zu “Tränen der Götter”

  1. Princess

    Hey,
    der Bericht ist sehr gut geschrieben. Ich denke mit der anderen Palette wärst du 1000 mal glücklicher gewesen^^

    LG

  2. Vitalia

    mal wieder ein toller Testbericht :)! Du hast Recht, die hätten sich wirklich ein paar Farben sparen können, denn die sehen schon alle sehr ähnlich aus…

  3. herzgeli

    Es war mal wieder ein Genuss deinen Bericht lesen zu dürfen…ich liebe ja deinen Sinn für Humor und deinen Faible für Rhetorik…auch wenn die Palette Mist ist, hast du trotzdem ein sehr hübsches AMU gezaubert…RESPEKT!!!Verstehe gar nicht wie es solche Produkte in den Handel schaffen…haben die Firmen denn selbst keine Tester im Haus???

  4. Mylanqolia

    @Princess: Danke! Du magst Recht haben, dass die andere Palette bei weitem besser ist, allerings verfüge ich bereits schon über ein überdimensionales Kontingent an neutralen Lidschattenfarben. Die obige Palette wäre vom Farbangbeot also um einiges spannender gewesen, wie gesagt, wäre…

    @Vitalia: Auch dir danke ich dir ganz herzlich! Meine Rede… Die Beschwerdemail schickst du am besten an die Produktdesigner von Manhattan und weist sie auf ihre Farbblindheit hin, ok? 😉

    @herzgeli: Hey, du kannst mit meinem Humor umgehen! Dafür verdienst du auf jeden Fall einen Orden. 😉 Ehrlich, ich persönlich rechne ja immer mit massenhaft Klagen wegen der Ausmerzung des guten Geschmacks, äh, des gesitteten Humors. 🙂 Somit geht bzw. perlt dein positives Feedback natürlich runter wie feinstes Körperöl aus edlen Essenzen. (Ich glaube, mich hat der hier gängige O-Ton etwas angesteckt.*fg*)
    An dem AMU habe ich auch lange gepinselt. Eine halbe Stunde habe ich daran gesessen und wie besessen mit dem Pinsel in der Palette herumgerührt. Für den unnötigen Zeitaufwand müsste ich eigentlich eine kleine Entschädigung von Manhattan erhalten. 🙂

    Deine Frage ist übrigens berechtigt. Werden die Produkte überhaupt von kritischen und reflektiert denkenden Menschen im Unternehmen getestet oder einfach so auf den Markt geschmissen?
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Manhattan auch Otto Normalverbraucher an Testphasen teilhaben lässt, wenn es um die Einführung eines neuen Produktes geht. Schließlich hatte ich auch mal das Glück, an solchen Test-Aktionen teilnehmen zu dürfen. Allerdings habe ich nie meine kritische Sichtweise aufgegeben, obwohl ich danach das Produkt behalten durfte (die Palette war leider nicht darunter, sonst hätte ich sie im Vorfeld in Grund und Boden rezensiert). Schließlich verkaufe ich meine Seele nicht an den Teufel, damit er mit minderwertiger Ware (ich wollte schon das verbotene S-Wort benutzen) Geld verdienen kann.:-)

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