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Ohne Schweiß kein – Deo

„Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zur Erde kehrst, von der du genommen bist; denn du bist Staub und kehrst wieder zum Staub zurück!“ So archaisch wurde noch in der Genesis formuliert um zu beschreiben, dass Menschsein mit Anstrengung verbunden ist und Anstrengung mit Schweiß.

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Schwitzen wie ein Schwein? Bauern wissen: Transpirieren durch die Haut – wie wir Menschen – können Schweine nicht. Wenn es den Viechern zu heiß wird, legen sie sich faul in den Schatten oder noch besser in eine feuchte Suhle. Schwitzen ist eben menschlich….

Die Haut – ein Multifunktionstalent

Die Haut ist nicht nur ein genialer Schutzmantel des menschlichen Körpers, sondern auch ein klasse Klima-Regulator: Bei Kälte zieht sich die Haut zusammen, Härchen stellen sich auf und halten das wärmeisolierende Luftpolster dicht an der Oberfläche. Bei Hitze  nun,  äußerer oder innerer, „springen“ die Schweißdrüsen an und fördern Wasser an die Hautoberfläche. Dort  verdunstet es und sorgt durch die Verdunstungskälte für Abkühlung. Nun ja, es ist nicht nur Wasser: das Sekret der Schweißdrüsen besteht zwar hauptsächlich daraus, aber es enthält auch Salze, Eiweiße und Fette. Gerade die beiden letzteren können durch die überall auf der menschlichen Haut vorkommenden Bakterien zersetzt werden und es entsteht – übler Schweißgeruch.

An Schweiß haftet immer auch der Geruch des Malochers

Die Schweißdrüsen sind in der menschlichen Haut überaus zahlreich: je nach Körperareal sind es 100 bis 600 Drüsen pro Quadratzentimeter. Die meisten sitzen in den Handinnenflächen, Fußsohlen, Stirn und Hals. Ihre Kapazität ist enorm. Unter Normalbedingungen sondern sie etwa 1 Liter Schweiß pro Tag ab, können das aber auf 5-10 Liter steigern! Wer da nicht ausreichend trinkt, kollabiert.
Obwohl er so wichtig ist, haftet an Schweiß etwas malocherhaftes. Beim Sport tolerieren wir es gerade noch – wir duschen ja gleich – im Alltag ist Schweiß absolut unerwünscht. Doch häufig genug muss man sich noch nicht mal anstrengen, um in Schweiß gebadet zu sein. In den Tropen oder im Sommer genügt meist ein Schritt vor die Türe. Natürlich könnte man sich mit Fächer oder kühlen Tüchern Erleichterung verschaffen, doch an der Kleidung hat sich dann schon unter den Achseln ein dunkler Schweißfleck abgezeichnet.

Ekkrine und apokrine Schweißdrüsen

Doch Moment mal! In den Achselhöhlen befinden sich doch vergleichsweise wenig Drüsen, weswegen ist das denn nun die Region, die am schlimmsten betroffen ist? Zum einen liegt das an der  besonderen anatomischen Lage (nahezu geschlossener Raum, der die Verdunstung verhindert), aber viel wichtiger: hier sind zusätzlich apokrine Schweißdrüsen am Werk. Diese sind anders als die ekkrinen Schweißdrüsen, die überall am Körper verteilt sind, nur in bestimmten Regionen angesiedelt. Sie sondern auch keinen Schweiß ab, sondern ein „Duftgemisch“ aus Wasser, Steroiden und Pheromonen, das für die individuelle Duftnote sorgt, die uns jemanden sympathisch erscheinen lässt oder eben auch nicht. Die apokrinen Schweißdrüsen sind zudem die Drüsen, die auch durch Emotionen gesteuert werden, der sprichwörtliche Angstschweiß wird hier produziert.

Welches Produkt wogegen?

Hier schlägt jetzt die Stunde des Deodorants, dem Geruchsüberdecker. Es besteht im Wesentlichen aus Parfüm, antimikrobiellen Stoffen und Schweißhemmern. Diese Produkte zielen, wie der Name schon sagt,  darauf ab, den Geruch, der durch die Zersetzung des Schweißes entsteht (und natürlich auch den Körpergeruch), zu überdecken. Gerade früher war man mit dem Einsatz von antimikrobiellen Mitteln nicht zimperlich (Triclosan). Mittlerweile sind diese aber verpönt oder als Konservierungsmittel klassifiziert. So spielt beim Deo das Parfüm die größte Rolle, das durch seine Zusammensetzung den Schweißgeruch überdeckt oder vermindert.  Ein wichtiger Inhaltsstoff von Parfüms ist Farnesol, ein Sesquiterpen, das süße florale Düfte verstärkt und leicht bakteriostatisch wirkt. Aufgrund seines möglichen allergenen Potentials muss es – wie andere Parfüminhaltsstoffe auch – separat deklariert werden.

Da Deos auch das Schwitzen nicht komplett verhindern, haben sich in den letzten Jahren Antitranspirantien durchgesetzt. Sie verhindern vor allem eines: den Austritt von Wasser aus der Schweißdrüse. Sie setzen sozusagen auf das Deo noch einen drauf und bestehen weit überwiegend aus dem Schweißhemmer Aluminiumchlorhydrat (INCI: Aluminum Chlorohydrate), der ja auch in Deos eingesetzt wird. In Antitranspirantien ist er aber nicht selten der Hauptbestandteil.

Die Wirkweise von Aluminiumchlorhydrat ist, dass es die Ausgänge der Schweißdrüsen verengt und so den Wasseraustritt reduziert. Bevor die Schweißdrüse richtig „zu“ ist, vergehen ein paar Tage, dafür ist die Wirkweise auch reversibel, das heißt, nach Absetzen des Antitranspirantes „öffnet“ sich die Schweißdrüse auch wieder. Dumm nur, dass Aluminiumchlorhydrat auch hässliche Flecken auf der Kleidung machen kann… Allerdings lassen sich nur mit diesem Inhaltsstoff „Deos“ mit einem „wirkt 48 Stunden“ Claim ausstatten. Doch, gegen den apokrinen Schweiß sind auch sie machtlos.

Egal ob als Stick, Spray oder Roll-on, bei einem Deo oder Antitranspirant hat man nur die Wahl zwischen Parfüm (und Alkohol) oder Aluminiumchlorhydrat. Viele  andere Dinge gegen Schweiß gibt es nicht. Naja vielleicht literweise Salbeitee trinken… aber wer da nicht ins Schwitzen kommt…

Foto: ©istockphoto.com/millann

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie vier Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 29. Mai 2012
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 4502 mal gelesen.

Eine Antwort zu “Ohne Schweiß kein – Deo”

  1. Rea

    Also ich muss ja sagen, die Schweißflecken vom Alu sind ja mein geringstes Problem – viel schwerer wiegt da mMn die krebserregende Wirkung… auf Brustkrebs kann ich verzichten, deswegen benutze ich keine Deos mehr damit.

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