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Windeln, Tampons, Binden, Slipeinlagen

Eigentlich ist es eine Revolution. Doch niemand spricht es aus. Diskretion ist gefragt, außer bei den ganz Kleinen. Aber je älter wir Verwender solcher Produkte werden, desto mehr Zurückhaltung lassen wir walten. Völlig zu Unrecht, denn diese Produkte sollte frau verstehen, um sie richtig anzuwenden und um ihre Vorteile optimal nutzen zu können. Es geht um absorbierende Hygieneprodukte. Genau: Windeln, Tampons, Slipeinlagen und so was.

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©iStock.com/Judith Dzierzawa

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nicht-Gewebtes oder auch Vlies ist ein riesiger industrieller Markt, in dem Produkte bei weitem nicht nur für hygienische Anwendungen hergestellt und vertrieben werden (siehe auch: Von hart bis zart – Zellstoff, Watte und nicht Gewebtes), sondern für  Autos, Haushalt, Bauindustrie oder Industriefilter. Dieser Markt wächst stetig, wobei die drei größten Segmente (2012) die Hygieneprodukte (ca. 33%), Bauindustrie (11%) und Reinigung(stücher) (11%) ausmachten. All diese Industrien sind in Europa unter dem Dachverband EDANA organisiert. Es werden dort nicht nur Herstellung, Technik und Anwendung, sondern auch Nachhaltigkeitsfragen diskutiert. Denn: Alle diese Hygieneprodukte sind „disposables“ – Wegwerfprodukte (siehe auch: www.edana.org).

Technik und genervte Anwender: die Entwicklung der Höschenwindel

Wie so viele revolutionäre  Entwicklungen basiert auch die moderne Windel auf mehreren Parametern: genervten Anwendern (in diesem Fall war es der Opa, der das Windeln des Enkels verbesserte), findigen Tüftlern, neuen Rohstoffen bzw. Materialien und einer stetigen Verbesserung. So auch die Höschenwindel, die von Stoffwindeln in Gummihose zu einem Mehrschicht-Hightech-Produkt mit Auslaufschutz wurde.

©Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu

Abb 1: Schematische Darstellung einer Höschenwindel

Im Inneren werden „verbaut“: Zellstofflocken und Superabsorber (Polyacrylat), wobei normale Windeln bis 400 ml Flüssigkeit aufnehmen können, und sie auch unter Druck nicht wieder abgeben. Eine Transferfolie sorgt dabei für den schnellen Transport der Flüssigkeit ins Windelinnere. Für alle Beteiligten ergeben sich enorme Vorteile. Die Babyhaut wird nicht mehr so leicht wund, weil sie trocken bleibt. Mütter und Väter können den Windelwechsel besser terminieren, weil sie nicht mehr sofort handeln müssen und letztendlich bleibt auch die Wäsche länger sauber.

Täglicher Bedarf?

Ähnliches Prinzip, aber doch ganz anders, sind die Hygieneprodukte, die für die Monatshygiene verwendet werden. Natürlich haben auch Binden oder Slipeinlagen (eigentlich ein Wäscheschutz) heutzutage einen mehrschichtigen Aufbau, eine Klebefolie, die das Verrutschen im Höschen verhindern soll und ein zur Haut gewandetes Vlies, was besonders hautfreundlich ist. Eine durchschnittliche Damenbinde kann etwa 15 ml Flüssigkeit aufnehmen, da braucht es eigentlich keinen Superabsorber, außer, sie soll ganz dünn sein. Auch ist kein Extra-Höschen notwendig für den festen Sitz. Und genau das ist der Nachteil bei der Monatshygiene: Binden können auch mit Klebestreifen verrutschen, gerade auch oder gemeinerweise nachts. Dagegen hilft nur ein ganz anders Prinzip.

Eine Revolution! Nicht nur in der Monatshygiene

Die ersten Tampons wurden schon 1936 in den USA vertrieben, damals, wie auch in den Jahrzehnten später in Europa, über die Apotheke oder den geschulten Drogisten. Denn, Tampons werden Innen getragen. Ihr Aufbau ist sensationell einfach: Ein Wattestreifen wird mit einer Kordel derartig zusammengerollt und verpresst, dass ein Tampon entsteht und die Kordel fest verankert ist.

©www.edana.org

Abb.2: Schematische Darstellung eines Tampons, Quelle: www.edana.org

Erste Trägerinnen dieser Innovation waren sportbegeisterte Frauen, die während ihrer Tage z.B. nicht aufs Schwimmen verzichten wollten. (siehe auch: www.ob.de). Aber die eigentliche Revolution in Sachen Emanzipation der Frau begann nicht mit dem Tragen eines Tampons, sondern mit der Aufklärung durch die Hersteller. Denn um einen Tampon sicher mit dem Finger an die richtige Position zu bringen (nämlich ins mittlere Drittel der Scheide), sollte frau schon Bescheid wissen, wie sie gebaut ist. Und natürlich galt es Vorbehalte zu entkräften wie: Bleibt man Jungfrau, wenn man einen Tampon verwendet? Insgesamt finde ich ist mit der Aufklärung im Zuge der Tamponverwendung mehr für die „Befreiung der Frau“ getan worden als mit der Pille.

Und natürlich wird gerade bei diesem Produkt nichts so sehr unter die Lupe genommen wie die gesundheitlichen Aspekte. Aufklärung der Verwenderinnen ist nicht mehr nur ein Marketing Instrument, sondern wird gefordert: Zur Angabe der Saugfähigkeit in Tropfen haben sich die Hersteller mittlerweile international verpflichtet. Die mittlere Größe, 3 Tropfen, steht für die Fähigkeit, 9 bis 12 Gramm Menstruationsflüssigkeit aufzunehmen (siehe auch Beauty Lexikon: „Tampons“).

It’s only over when it’s over

Natürlich werden auch Tampons immer weiter verbessert, mit Rillen, mit Transfer-“Folien” (die Umhüllung besteht meist aus einem Kunststoffvlies), die ähnlich wie bei Windeln für den schnellen Transport der Flüssigkeit sorgen oder für bessere Abdichtung. Doch irgendwann ist auch das vorbei. Im Laufe ihres Lebens hat eine Frau im Schnitt jährlich 200 Tampons (oder alternativ Binden) verbraucht und 100 Slipeinlagen verwendet. Mit der Menopause verdienen die Hersteller nicht mehr an uns Frauen, oder doch?

Der Markt wächst und in Japan können wir auch beobachten wohin. Japan ist das Beispiel für die alternde Gesellschaft, wie sie auch bei uns in Europa in wenigen Jahren Wirklichkeit sein wird. Wir sprechen dann nicht mehr über Windeln oder Monatshygiene, sondern über Flüssigkeitsmengen in anderer Größenordnung: Inkontinenz. Und die Produkte dafür – Diskretion! – sind Windeln für Erwachsene.

Foto: ©iStock.com/Judith Dzierzawa
Abb.1: ©Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu
Abb.2: ©www.edana.org

Autor dieses Artikels:
Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu ist promovierte Chemikerin und Expertin auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Kosmetika. Sie bringt mehr als 16 Jahre Erfahrung in der kosmetischen Industrie mit sowie sieben Jahre freiberufliche Erfahrung in Shanghai, China und Mülheim adR.

Urheberrecht: Dr. Ghita Lanzendörfer-Yu. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

Dieser Artikel wurde verfasst am 1. September 2015
von in der Kategorie Geheimnis Kosmetik

Dieser Artikel wurde seitdem 4996 mal gelesen.

1 von 1 Pinkmelianern fanden den Beitrag hilfreich.

Positive Anmerkungen:

  • 1x toller Schreibstil
  • 0x kurz & prägnant
  • 0x sehr ausführlich
  • 0x Inhaltsstoffe genau betrachtet
  • 0x gute Bildqualität
  • 0x viele Detailbilder

Negative Anmerkungen:

  • 0x fehlende Detailbilder
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  • 0x zu wenig persönliche Erfahrungen
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2 Antworten zu “Windeln, Tampons, Binden, Slipeinlagen”

  1. katiye86

    Nur 200 Tampons soll eine Frau angeblich in ihrem Leben verbrauchen?? Ist das ein Tippfehler? Kommt mir arg wenig vor!

  2. mel

    Hallo katiye86,
    vielen Dank für deinen Hinweis! Das war in der Tat ein Tippfehler, den wir behoben haben. Es sind „im Schnitt jährlich 200 Tampons“.
    Viele Grüße
    Mel von pinkmelon.de

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